Empfehlung: Lies „Dürfen Christen rauchen oder Drogen konsumieren?“ und „Unterstützt die Bibel einen maßvollen Alkoholkonsum?“, bevor du mit diesem Studium beginnst.
Arbeiter in Gottes Weinberg
Wie können wir unsere Chancen im Kampf gegen den Teufel verbessern?
1 Petrus 5,8-9 – Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Dem widerstehet, fest im Glauben, und wisset, daß ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.
1 Petrus 1,13 – Darum so begürtet die Lenden eures Gemütes {Verstandes}, seid nüchtern und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi …
1 Thessalonicher 5,6-8 – So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken; wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit.
Anmerkung: Nüchternheit ist entscheidend für Wachsamkeit und Umsicht. Alkohol verändert das Bewusstsein, sodass Gefahren als weniger bedrohlich wahrgenommen werden und die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht (Gut und Böse) zu unterscheiden, eingeschränkt ist. Ein erheblicher Anteil – in manchen Bereichen sogar mehr als die Hälfte – von Straftaten und Unfällen geschieht unter Alkoholeinfluss.
Was bedeutet es, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein?
Galater 5,19-23 – Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit {Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Selbstbeherrschung}. Wider solche ist das Gesetz nicht.
Anmerkung: Alkoholkonsum untergräbt die Selbstbeherrschung – genau jene Eigenschaft, die hier ausdrücklich empfohlen wird.
Was ist das Gegenteil davon, mit Gottes Geist erfüllt zu sein?
Epheser 5,17-18 – Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Wein {oinos}, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes …
1 Thessalonicher 5,19-22 – Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht; prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein.
Anmerkung: Siehe auch Micha 2,11. Ein Geist der Trunkenheit verdrängt den Heiligen Geist Gottes, den wir brauchen, um versiegelt zu sein zur Erlösung (vgl. Epheser 4,30).
Was war das Besondere an den Nasiräern?
4 Mose 6,1-6 – Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib ein besonderes Gelübde {des Nasiräers} tut, dem HERRN sich zu enthalten, der soll sich Weins {jajin} und starken Getränks {schekar} enthalten; Weinessig {chomez jajin} oder Essig von starkem Getränk {chomez schekar} soll er auch nicht trinken, auch nichts, das aus Weinbeeren {Schnaps aus Beeren; mischrah enab} gemacht wird; er soll weder frische noch dürre {getrocknete} Weinbeeren essen. Solange solch ein Gelübde währt, soll er nichts essen, das man vom Weinstock {jajin} macht, vom Weinkern bis zu den Hülsen. Solange die Zeit solches seines Gelübdes währt, soll kein Schermesser über sein Haupt fahren, bis das die Zeit aus sei, die er dem HERRN gelobt hat; denn er ist heilig und soll das Haar auf seinem Haupt lassen frei wachsen. Die ganze Zeit über, die er dem HERRN gelobt hat, soll er zu keinem Toten gehen.
Amos 2,8.11-12 – Und bei allen Altären schlemmen sie auf den verpfändeten Kleidern und trinken Wein {jajin} in ihrer Götter Hause von den Gebüßten. / Und habe aus euren Kindern Propheten auferweckt und Gottgeweihte aus euren Jünglingen {Nasiräer}. Ist’s nicht also, ihr Kinder Israel? spricht der HERR. So gebt ihr den Geweihten {Nasiräern} Wein {jajin} zu trinken und gebietet den Propheten und sprecht: Ihr sollt nicht weissagen!
Lukas 1,15 – Denn er {Johannes der Täufer} wird groß sein vor dem HERRN; Wein {oinos} und starkes Getränk {sikera} wird er nicht trinken und wird noch im Mutterleibe erfüllt werden mit dem heiligen Geist.
Anmerkung: Nasiräer durften keinen Alkohol trinken. Das Nasiräergelübde war eng damit verbunden, für besondere Zwecke Gottes abgesondert zu sein – häufig als Prophet oder „Mann Gottes“ (vgl. Samuel in 1 Samuel 1,11; Johannes der Täufer in Lukas 1,15; Simson in Richter 13,4–7). Wenn sie eine Vision oder einen Auftrag von Gott empfingen, konnte niemand behaupten, dies sei das Ergebnis von Trunkenheit gewesen.
Warum können Menschen, die Alkohol trinken, nicht von Gott gebraucht werden?
Jesaja 28,7 – Aber auch diese sind vom Wein {jajin} toll geworden {sich verirrt oder geirrt} und taumeln von starkem Getränk {schekar}. Beide, Priester und Propheten, sind toll {verirrt}von starkem Getränk {schekar}, sind in Wein {jajin} ersoffen und taumeln von starkem Getränk {schekar}; sie sind toll {verwirrt} beim Weissagen und wanken beim Rechtsprechen.
Hesekiel 44,21 – Und soll auch kein Priester Wein {jajin} trinken, wenn sie in den innern Vorhof gehen sollen.
3 Mose 10,8-11 – Der HERR aber redete mit Aaron und sprach: Du und deine Söhne mit dir sollt keinen Wein {jajin} noch starkes Getränk {schekar} trinken, wenn ihr in die Hütte des Stifts geht, auf daß ihr nicht sterbet. Das sei ein ewiges Recht allen euren Nachkommen, auf daß ihr könnt unterscheiden, was heilig und unheilig, was rein und unrein ist, und daß ihr die Kinder Israel lehret alle Rechte, die der HERR zu ihnen geredet hat durch Mose.
Jesaja 5,11-12 – Weh denen, die des Morgens früh auf sind, des Saufens {schekar} sich zu fleißigen, und sitzen bis in die Nacht, daß sie der Wein {jajin} erhitzt, und haben Harfen, Psalter, Pauken, Pfeifen und Wein {jajin} in ihrem Wohlleben und sehen nicht auf das Werk des HERRN und schauen nicht auf das Geschäft seiner Hände!
1 Timotheus 3,8 – Desgleichen die Diener {Diakone} sollen ehrbar sein, nicht zweizüngig, nicht Weinsäufer {oinos}, nicht unehrliche Hantierungen treiben …
Anmerkung: Siehe Hesekiel 44,21 und 3 Mose 10,8–11 im Zusammenhang mit 1 Petrus 2,9. Gott erlaubt denen, die ihm dienen, keinen Alkoholkonsum, weil er das Urteilsvermögen trübt, die Wahrnehmung für ihn abstumpft und dazu führen kann, dass sie in ihrer Berufung straucheln.
Ist es für andere Personengruppen in Ordnung zu trinken?
Sprüche 31,4-7 – O, nicht den Königen, Lamuel, nicht den Königen ziemt es, Wein {jajin} zu trinken, noch den Fürsten starkes Getränk {schekar}! Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache aller elenden Leute. Gebt starkes Getränk {schekar} denen, die am Umkommen sind, und den Wein {jajin} den betrübten Seelen, daß sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.
5 Mose 21,20 – … und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist eigenwillig und ungehorsam und gehorcht unsrer Stimme nicht und ist ein Schlemmer und ein Trunkenbold.
Anmerkung: Siehe auch Titus 2,3 und 1 Petrus 4,3. Die Schrift empfiehlt weder Wein noch andere alkoholische Getränke für Menschen, die wichtige Entscheidungen treffen müssen. Wenn wir in unserem Leben gute Entscheidungen treffen wollen, sollten wir auch keinen Alkohol trinken.
Der vermeintliche Nutzen des Alkohols – „schlechte Dinge zu vergessen“ – ist nicht positiv, sondern schädlich. Die Bibel gebraucht sogar Ironie, um jene zu verspotten, die versuchen, ihren Problemen durch die Flasche zu entkommen, statt sich an Gott zu wenden. Nur wer entschlossen ist, krank und unglücklich zu bleiben, würde Alkohol zu diesem Zweck wählen. Die Schrift warnt davor, dass der Versuch, Leid durch Alkohol zu verdrängen, das Elend nur vertieft. Stattdessen sind wir aufgerufen, bei Gott Trost und Weisheit zu suchen.
Ich mache alles neu
War neuer Wein in der antiken Welt begehrter?
5 Mose 7,13 – … und wird dich lieben und segnen und mehren und wird die Frucht deines Leibes segnen und die Frucht deines Landes, dein Getreide, Most {neuer Wein, Traubensaft; tirosch} und Öl, die Früchte deiner Kühe und die Früchte deiner Schafe in dem Lande, das er deinen Vätern geschworen hat dir zu geben.
Joel 2,19 – Und der HERR wird antworten und sagen zu seinem Volk: Siehe, ich will euch Getreide, Most {neuer Wein, Traubensaft; tirosch} und Öl die Fülle schicken, daß ihr genug daran haben sollt {werdet zufriedengestellt/satt gemacht}, und will euch nicht mehr lassen unter den Heiden zu Schanden werden …
Anmerkung: Ja. Siehe auch Richter 9,13. Neuer Wein war schwerer zu bekommen und daher kostbarer und wertvoller als gereifter, vergorener Wein. Frischer Traubensaft war für die Israeliten sättigend und erfreuend, weil er als Lohn der Ernte kam – eine seltene, saisonale Gabe voller Süße und Geschmack, die nicht das ganze Jahr über verfügbar war. Die Schrift sagt, dass Gott uns mit neuem Wein sättigen wird; es besteht kein Bedarf an dem minderwertigen alten Wein. Satt zu sein bedeutet, nichts anderes mehr zu brauchen.
Hosea 4,18 – {Ihr Getränk ist sauer geworden *} Sie haben sich in die Schwelgerei und Hurerei gegeben; ihre Herren haben Lust dazu, daß sie Schande anrichten.
Jesaja 24,7.9 – Der Most {neuer Wein, Traubensaft; tirosch} verschwindet, der Weinstock {gephen} verschmachtet; und alle, die von Herzen fröhlich waren, seufzen. / Man singt nicht mehr beim Weintrinken {jajin}, und gutes {starkes} Getränk {schekar} ist bitter denen, die es trinken.
Anmerkung: Ein „saures Getränk“ bezeichnet ein abgestandenes Getränk, bei dem die Gärung eingesetzt hat. Das Gegenteil davon ist ein „süßes Getränk“. Frischer Traubensaft galt als süß, während vergorener Wein sauer oder sogar bitter schmecken konnte, da bei der Gärung Zucker abgebaut wird und Stoffe entstehen, die Säure und mitunter Bitterkeit verleihen.
Sagt Jesus nicht, dass alter Wein besser sei als neuer Wein?
Lukas 5,37-39 – Und niemand faßt Most in alte Schläuche; sonst zerreißt der Most die Schläuche und wird verschüttet, und die Schläuche kommen um. Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen, so werden sie beide erhalten. Und niemand ist, der vom alten trinkt und wolle bald den neuen; denn er spricht: Der alte ist milder {besser}.
Anmerkung: Diese Stelle wird häufig angeführt, um zu behaupten, dass alter (alkoholischer) Wein besser sei und dass Jesus den Alkoholkonsum befürworte. Doch Jesus billigt hier nichts; er spricht über etwas anderes. Christus erklärt, dass Menschen, die sinnbildlich bereits alten Wein getrunken haben, nicht sofort neuen Wein begehren. Er sagt sogar: „Er sagt …“, was deutlich macht, dass es sich um die Wahrnehmung des Trinkenden handelt – nicht um Jesu eigene Bewertung.
Der Kern des Gleichnisses vom neuen Wein und den alten Schläuchen ist, dass im religiösen Leben und in der Gesellschaft Israels eine vollständige Erneuerung notwendig war. Ein bloßes Ausbessern hätte nicht genügt, denn diejenigen, die an den „alten Wein“ gewöhnt waren, würden sich gegen den „neuen Wein“ – die Lehre Jesu – sträuben. Siehe den Kontext rund um Lukas 5,37–39; Matthäus 9,17; und Markus 2,22.
Was symbolisiert Gärung in der Bibel?
2 Mose 12,15 – Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; nämlich am ersten Tage sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern tun. Wer gesäuertes Brot ißt vom ersten Tage an bis auf den siebenten, des Seele soll ausgerottet werden von Israel.
Matthäus 16,6 – Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
1 Korinther 5,6-8 – Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern im {ungesäuerten} Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit.
Anmerkung: Sauerteig war ein verwesender, gärender Stoff – ein Stück alten Teigs aus einer vorherigen Charge, das in neuen Teig eingearbeitet wurde. Daher stehen die Prozesse von Verfall und Gärung in der Bibel meist symbolisch für etwas Altes und Verderbendes: die menschliche Neigung zur Heuchelei, die Bindung an menschliche Überlieferungen und letztlich die Sünde („Bosheit und Schlechtigkeit“).
Was war Jesu Auftrag?
2 Korinther 5,17 – Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
Lukas 22,20 – Desgleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
Anmerkung: Siehe auch Johannes 3,3; Johannes 13,34; Römer 12,2; Offenbarung 21,1. Jesu Auftrag war es, die Menschheit zu erneuern – unser Denken, unsere Lebensweise, letztlich unseren Leib und die gesamte Schöpfung. Er kam nicht, um das Alte oder Entartete hervorzubringen, sondern um das Neue und Lebenbringende zu schenken.
Schuf Jesus bei der Hochzeit zu Kana alkoholischen Wein?
Johannes 2,1-11 – [1] Und am dritten Tag ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. [2] Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. [3] Und da es an Wein {oinos} gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein {oinos}. [4] Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. [5] Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. [6] Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei oder drei Maß. [7] Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. [8] Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s. [9] Als aber der Speisemeister kostete den Wein {oinos}, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, woher er kam (die Diener aber wußten’s, die das Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den Bräutigam [10] und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein {oinos}, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein {oinos} bisher behalten. [11] Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.
Anmerkung: Angesichts der größeren biblischen Zusammenhänge und der vorgebrachten Argumente ist es schwer vorstellbar, dass Jesu erstes Zeichen darin bestand, ein berauschendes Getränk zu schaffen, das Gottes moralischem Willen widerspricht, und es Hochzeitsgästen sowie seinen Jüngern auszuteilen (vgl. Habakuk 2,15). Würde Jesus ein Getränk hervorbringen, das als Symbol für Verderbnis – also vergorenen Wein – verstanden werden könnte? Oder würde er vielmehr frischen Traubensaft schaffen, der selten und schwer zu bekommen war, um seine Macht und seine Sendung zu zeigen: Neues und Lebenbringendes zu schenken?
Offenbarung 21,5 – Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!
Anmerkung: Im Licht dieser Untersuchung – und der beiden weiteren empfohlenen Artikel – ist es unwahrscheinlich, dass Jesus alkoholischen Wein schuf. Wein beginnt als unvergorener Traubensaft („neuer Wein“). Wenn Jesus etwas erschafft, warum sollte er es in einem verfallenen, vergorenen Zustand hervorbringen und nicht neu? Indem er unvergorenen Traubensaft bereitstellt, würde Jesus eine klare Aussage machen: Er folgt nicht menschlichen Traditionen, und es ist nicht notwendig, Alkohol zu konsumieren, um sich zu freuen und Gemeinschaft zu genießen.
Wird nicht zuerst der gute Wein serviert? Wie könnte Traubensaft „gut“ sein?
Johannes 2,10 – … und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein {oinos}, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein {oinos} bisher behalten.
Anmerkung: Der Text deutet darauf hin, dass die Gäste reichlich getrunken hatten und bereits angeheitert oder betrunken waren. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Wein, den Jesus herstellte, alkoholisch war – und es wird hier auch nicht behauptet, dass der zuvor ausgeschenkte Wein der Gastgeber Traubensaft gewesen sei. Manche schließen aus Johannes 2,10, dass der „gute Wein“ alkoholisch gewesen sein müsse, und übertragen dabei eine moderne Partykultur-Logik auf den Text (zuerst der beste Alkohol, später minderwertiger, wenn die Gäste bereits berauscht sind). Diese Schlussfolgerung setzt jedoch moderne Annahmen voraus und berücksichtigt weder den historischen noch den biblischen Zusammenhang.
In der Antike konnte „guter“ bzw. „schlechter“ Wein in drei Stufen verstanden werden: Der Beste – unvergorener Traubensaft (selten, saisonal, besonders geschätzt) – das, was Jesus bereitgestellt hätte. Der Gute – leicht vergorener oder leicht verdünnter Wein, der gewöhnlich zuerst bei Hochzeiten in dieser Jahreszeit ausgeschenkt wurde. Der Schlechte – stark vergorener oder stark verwässerter Wein, der später gereicht wurde. Hätte Jesus gewöhnlichen vergorenen Wein erzeugt, wäre das Zeichen wenig bemerkenswert gewesen, da solcher Wein alltäglich war. Bemerkenswert ist vielmehr, dass er den kostbarsten „guten Wein“ bereitstellte – frischen Traubensaft – zu einer Zeit, in der dieser lange nach der Ernte kaum noch verfügbar gewesen wäre (die Hochzeit fand wahrscheinlich im frühen Frühjahr nahe dem Passahfest statt; vgl. Johannes 2,13).
Trank Jesus am Kreuz nicht etwas Alkohol?
Johannes 19,29-30 – Da stand ein Gefäß voll Essig {saurer Wein; oxos}. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig {saurer Wein; oxos} und legten ihn um einen Isop und hielten es ihm dar zum Munde. Da nun Jesus den Essig {saurer Wein; oxos} genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.
Matthäus 27,34.48 – … gaben sie ihm Essig {oinos} zu trinken mit Galle vermischt; und da er’s schmeckte, wollte er nicht trinken. / Und alsbald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig {saurer Wein; oxos} und steckte ihn an ein Rohr und tränkte ihn.
Mark 15,23 – Und sie gaben ihm Myrrhe im Wein {oinos} zu trinken; und er nahm’s nicht zu sich.
Anmerkung: Die Evangelienberichte lassen sich unterschiedlich lesen: In Matthäus 27,34 lehnt Jesus Wein mit Galle ab, später (27,48) scheint er jedoch sauren Wein/Essig zu „nehmen“; „nahm“ kann auch bedeuten, dass er nur kostete. Der griechische Text unterscheidet zwischen Essig (oxos) und Wein (oinos). Jesus scheint Ersteren anzunehmen, Letzteren jedoch abzulehnen. In manchen Bibelübersetzungen geht diese Unterscheidung verloren.
Das Essiggetränk, das Jesus von den römischen Soldaten angeboten wurde, hatte betäubende Eigenschaften und sollte Schmerzen lindern – es diente also einem medizinischen Zweck und enthielt vermutlich nur wenig Alkohol (etwa 1–3 %). Selbst wenn Jesus etwas davon zu sich genommen haben sollte, bleibt der grundsätzliche Punkt bestehen: Wein zum Zweck der Berauschung zu trinken ist geistlich schädlich. In der Antike hatten die Menschen oft nur begrenzte Möglichkeiten und nutzten verdünnten Wein, um Wasser sicherer trinkbar zu machen; Jesus hätte an den üblichen, niedrig alkoholischen Mischungen seiner Zeit teilgenommen. Heute jedoch, da sichere Alternativen weithin verfügbar sind, können wir uns entscheiden, auf Alkohol zu verzichten – ein Suchtmittel, das erhebliche Risiken für unser Leben mit sich bringt.
Wird es im Himmel Wein geben?
Markus 14,25 – Wahrlich, ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde vom Gewächs des Weinstocks {ampelos} bis auf den Tag, da ich’s neu trinke in dem Reich Gottes.
Anmerkung: Siehe auch Matthäus 26,29 und Lukas 22,18. Jesus verwendet dort nicht ausdrücklich das Wort „Wein“, sondern spricht von der „Frucht des Weinstocks“, was als frischer Traubensaft verstanden werden kann. Zudem sagt er, dass er ihn „neu“ trinken wird – ein Begriff, der mit „neuem Wein“ (unvergorenem Traubensaft) in Verbindung steht.
Fußnoten
* Nach der englischen KJV; in der Schlachter 2000: Ihr Saufgelage ist ausgeartet; buchstäblich: Ihr Getränk hat rebelliert bzw. wurde entfernt; alle anderen Bibeltexte aus der Luther-Übersetzung von 1912.



