Was sagt die Bibel über Gott? Kurzfassung

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Einleitung

Ist das Wesen Gottes ein Geheimnis?

5 Mose 29,28 / Johannes 1,18 / Matthäus 11,27 / Anmerkung: Auch wenn es in Bezug auf Gott Dinge gibt, die unserem Verständnis verborgen bleiben, gehören weder das Verhältnis zwischen dem Vater und dem Sohn noch ihr Verhältnis zu uns Menschen zu diesen verborgenen Dingen. Die Schrift offenbart klar und ausreichend, wie der Vater und der Sohn zueinanderstehen und wie sie sich uns offenbaren. Jesus ist gekommen, um uns den Vater sichtbar und erkennbar zu machen.

Wer ist Gott laut der Bibel?

1 Korinther 8,5 / 5 Mose 6,4 / Anmerkung: Die Antwort auf diese Frage hängt oft davon ab, wen man fragt. Die meisten Christen bekennen sich zu einem monotheistischen Glauben. Doch wie definiert die Bibel diesen einen Gott? Handelt es sich um ein Wesen, das in sich drei Personen vereint – den trinitarischen oder dreifaltigen Gott? Oder beschreibt die Schrift den einen Gott in anderer Weise?

Bezieht sich das Wort „Gott“ in der Bibel immer auf ein einziges göttliches Wesen?

Engel: Psalm 8,6 (Elohim = Engel) + Hebräer 2,7.9 (Engel) / Psalm 97,7 + 95,3 (Elohim = Götter) + Hebräer 1,6 (Engel)

Menschen allgemein: Psalm 82,1.6 (Elohim = Götter = Menschen als Repräsentanten Gottes) + Johannes 10,34-35 (Menschen)

Menschliche Richter: 2 Mose 21,6 (Elohim = Gott = Richter als Stellvertreter Gottes) / 2 Mose 22,8 (Elohim = Gott = Richter als Stellvertreter Gottes) / 2 Mose 7,1 (Elohim = Gott = Mose als Stellvertreter Gottes)

Satan: Hesekiel 28,2 (Elohim = Fürst von Tyrus, macht sich selbst zu Gott) / 2 Korinther 4,4 (Theos = Satan, Gott dieser Weltzeit)

Anmerkung: Nein. Das Wort „Gott“ (im Alten Testament „Elohim“, im Neuen Testament „Theos“) wird in der Bibel nicht ausschließlich für den allein wahren Gott verwendet. Es bezeichnet grundsätzlich ein Wesen mit überlegener Macht, Autorität oder himmlischem Rang – also jemanden, dem Ehre oder Anerkennung zukommt. Daraus folgt jedoch nicht, dass alle so bezeichneten Wesen wahrhaftige Götter sind oder dass es mehrere höchste Götter gäbe. Die Schrift unterscheidet klar zwischen dem allein wahren Gott und anderen, die in einem abgeleiteten oder repräsentativen Sinn „Gott“ genannt werden.

Wer ist der allein wahre Gott?

Johannes 17,3 / 1 Korinther 8,4.6 / 1 Thessalonicher 1,9-10 / Anmerkung: Der Vater wird in der Schrift ausdrücklich als „der allein wahre Gott“ bezeichnet. Diese Bezeichnung meint Gott in seiner ursprünglichen, höchsten und absoluten Bedeutung. Er ist Gott sowohl in seinem Wesen als auch in seiner Stellung – als Ursprung, Quelle und höchste Autorität über alles. Damit wird nicht die Göttlichkeit des Sohnes geleugnet, sondern die einzigartige Vorrangstellung des Vaters betont.

Ein Vergleich kann dies verdeutlichen: Adam (dessen Name „Mensch“ bedeutet) ist der ursprüngliche und repräsentative Mensch. Eva ist ebenfalls Mensch im Wesen, jedoch nicht in derselben repräsentativen Stellung wie Adam als erster Mensch. Deswegen ist Eva ein Adam in ihrem Wesen, jedoch nicht Adam in ihrer Stellung, Person und Namen. In ähnlicher Weise ist der Vater der allein wahre Gott sowohl im Wesen als auch in der höchsten Stellung. Die Frage ist, ob Jesus Gott gemäß beider Bedeutungen ist (Wesen und Stellung) oder einer?

Der Sohn Gottes

Ist Jesus Gott in seinem Wesen?

Johannes 1,1-3; 8,58; 20,28 / Kolosser 2,9 / Philipper 2,5-8 / Hebräer 1,8-9 + Psalm 45,7-8 / Anmerkung: Ja. Jesus ist Gott im wahrsten Sinne des Wortes – er besitzt das göttliche Wesen im höchsten Sinne. So wie du Mensch bist (und es keine Menschen gibt, die ihrem Wesen nach höher, fortgeschrittener oder weiter entwickelt sind; Unterschiede bestehen nur in ihrer Stellung), so ist auch Jesus Gott seinem Wesen nach. Seine Göttlichkeit ist daher nicht abgeleitet oder symbolisch, sondern real.

Ist Jesus Gott in seiner Stellung?

Apostelgeschichte 2,36 / 1 Korinther 1,3; 8,6 / Philipper 2,9-11 /Anmerkung: Jesus ist Herr und Christus, der Sohn Gottes. Er wird klar vom Vater unterschieden und ist nicht Gott, der Vater. Seine Stellung ist die des Herrn, Messias und Sohnes – nicht die des allein wahren Gottes.

Was bedeutet es, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

Psalm 2,6-7 + Hebräer 1,5; 5,5 / Sprüche 8,22-30 * / Johannes 1,14.18; 3,16; 5,17-18 + 10,36 / Römer 8,3 / Anmerkung: Es bedeutet genau das, was es ausdrückt. Jesus ist Sohn Gottes im wahrsten Sinne des Wortes. Wie ein menschlicher Sohn dasselbe Wesen wie sein leiblicher Vater besitzt, ist auch Jesus Gott wie sein Vater. Jesu Sohnschaft ist daher nicht symbolisch oder rein titulär, sondern real und wesenhaft. Die Pharisäer verstanden sehr wohl, welchen Anspruch er damit erhob – nämlich Gott als seinen eigenen Vater zu bezeichnen und sich damit Gott gleichzustellen.

Bedeutet Jesu Sohnschaft, dass er ein Geschöpf mit einem Anfang ist?

Micha 5,1 / Johannes 1,1-3; 17,5.24 / Kolosser 1,15-17 / Hebräer 7,3 / Anmerkung: Nein. Die Präexistenz Jesu bedeutet, dass er bereits vor der Schöpfung existierte und nicht Teil der geschaffenen Ordnung ist. Die Schrift bezeugt, dass er „im Anfang“ beim Vater war und von ihm hervorgegangen ist. Dieser „Anfang“ wird jedoch nicht näher definiert. Die Bibel beschreibt seine Herkunft, ohne ihn der geschaffenen Wirklichkeit zuzuordnen.

Darf man Jesus anbeten oder zu ihm beten?

Matthäus 2,11; 14,32-33; 28,9.17 / Johannes 9,35-38 / Apostelgeschichte 7,59 / 1 Korinther 1,2 / Anmerkung: Ja. Die Schrift zeigt deutlich, dass Jesus angebetet wurde und dass Gläubige sich im Gebet direkt an ihn wandten. Weder weist er die Anbetung zurück noch korrigiert er diejenigen, die zu ihm rufen. Dies unterstreicht seine göttliche Würde und Autorität.

Einheit

Berichtet auch das Alte Testament von Jesus?

Sprüche 30,4 / 1 Mose 16,7-13; 19,24 (YHWH ließ … vom YHWH vom Himmel) / 2 Mose 3,2-6; 23,20-21 / Richter 13,18-22 / Sacharja 3,1-2 / Anmerkung: Ja, das Alte Testament kennt zwei YHWH. Es wird von einem Engel (im Sinne von „Bote“ oder „Gesandter“) berichtet, der den Namen YHWH (und manchmal Michael) trägt, im Namen des Vaters handelt und Eigenschaften aufweist, die später dem Sohn Gottes zugeschrieben werden.

Sagt die Bibel nicht, dass Jesus und der Vater eins sind?

Johannes 10,30 + Johannes 17,11.20-23.26 / 1 Korinther 3,6-8 / Anmerkung: Ja, Jesus und der Vater sind eins. Diese Aussage beschreibt eine vollkommene Einheit. Wie Johannes 17 zeigt, bezieht sich diese Einheit nicht auf dieselbe Person oder auf eine numerische Identität, sondern auf Übereinstimmung in Willen, Ziel und Wirken. Es ist eine Einheit in Gedanken, Absicht und Charakter – keine Verschmelzung der Personen.

Ist Christus das gleiche Wesen oder die gleiche Person wie Gott der Vater?

Psalm 110,1 (YHWH [HERR] sprach zu Adoni [Herrn]) / Sacharja 13,7 (YHWH spricht zu seinem Gefährten/Gleichgestellten/Nächsten) / Matthäus 3,16–17 / Johannes 8,17-18; 17,1–5 / Apostelgeschichte 7,55-56 / 1 Timotheus 2,5 / Offenbarung 5,6-7 / Anmerkung: Nein. Die Bibel unterscheidet klar zwischen dem Vater und dem Sohn, und es ist deutlich erkennbar, dass sie zwei verschiedene Individuen sind. Jesus wird als der Gefährte bezeichnet. Er wird vom Vater bestätigt und bezeugt – nicht von sich selbst –, er betet zum Vater und nicht zu sich selbst. Sie werden als zwei Personen dargestellt, die nebeneinander stehen und handeln, häufig beschrieben als Gott und das Lamm oder als zwei Herrscher, wobei einer zur Rechten des anderen ist.

Sind Jesus und der Vater Teil einer Trinität?

Matthäus 28,19 (drei) / 1 Korinther 12,3-6 (drei, doch es steht nicht, dass sie einer wären) / 2 Korinther 13,13 (drei) / Epheser 4,4-6 (drei, doch bestätigt eher die Individualität; Geist wird mit Leib verbunden) / Anmerkung: Nein. Die Bibel selbst verwendet den Begriff „Trinität“ nicht und beschreibt Gott nicht als ein Wesen in drei Personen. Sie spricht jedoch von drei göttlichen Persönlichkeiten. Auch die sogenannten „trinitarischen“ Texte zeigen, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist gemeinsam genannt werden, belegen aber nicht ausdrücklich, dass sie ein einziges göttliches Wesen bilden. Sie sind eins in ihrer vollkommenen Einheit, jedoch nicht ein und dasselbe Wesen.

Himmlische Ordnung

Wie ist der Monotheismus biblisch zu verstehen?

Johannes 20,17 (Jesus nennt Vater „mein Gott“) / Offenbarung 3,7+12 (Jesus: x4 „mein Gott“) / Anmerkung: Der Monotheismus muss nicht verworfen, sondern biblisch richtig verstanden werden. Was viele Menschen unter Monotheismus verstehen – und weshalb sie daraus auf eine Trinität schließen –, lässt sich anhand der Schrift auch anders erklären. Monotheismus im biblischen Sinn bedeutet nicht zwingend, dass nur ein einziges göttliches Wesen existiert. Es bedeutet vielmehr, dass es nur einen höchsten Gott gibt, der über allem steht – den Vater. Jesus bezeichnet den Vater als seinen Gott; dadurch wird deutlich, dass der Vater die höchste Autorität ist. Zugleich offenbart die Schrift, dass der Vater einen Sohn hat. Damit unterscheidet sie zwischen dem einen höchsten Gott und seinem Sohn.

Ist es nicht ein Widerspruch, dass es einen Gott gibt und doch zwei?

1 Korinther 15,20-28 + 1 Mose 41,40-45 / Anmerkung: Nein. Es kann einen König geben, der den Anspruch erhebt, der allein wahre Herrscher zu sein. Das schließt jedoch nicht aus, dass er einen Sohn haben könnte – den Prinzen –, der ihm in allem gleich ist. Er hat dasselbe königliche Blut, kann in der Autorität des Vaters gegenüber allen anderen auftreten und ist ihm in allem gleich – außer in der Krone (das heißt in der Stellung).

Ist der Vater somit höher als der Sohn?

Johannes 14,28 / Markus 13,32 / 1 Korinther 11,3 / Anmerkung: Laut Jesus selbst – ja; in seiner Stellung, aber nicht in seinem Wesen. So wie ein menschlicher Vater in seiner Stellung höher ist als sein Sohn, beide jedoch gleichermaßen Menschen sind, so verhält es sich auch hier.

Worauf ist die hohe Stellung Jesu zurückzuführen?

Hebräer 1,1-6 / Römer 8,17 (Miterben bedeutet, dass Jesus auch Erbe ist) / Psalm 2,6-7 / Philipper 2,9 / Anmerkung: Der Sohn ist der Erbe des Vaters, und zwar aufgrund seiner Sohnschaft. Er vererbt auch den Namen, denn Jesus ist auch YHWH. Weil er der Sohn ist, hat er das volle göttliche Wesen des Vaters empfangen.

Was hat Jesus vom Vater empfangen?

Daniel 7,13-14 / Johannes 5,22.25-27 / Lukas 10,22 / Apostelgeschichte 5,30-31 / Anmerkung: Der Sohn hat alles vom Vater empfangen.

Wer ist der Heilige Geist?

Der Heilige Geist ist vom Vater: Matthäus 3,16-17; 10,20 / 1 Korinther 2,11

Der Heilige Geist ist der Herr: 1 Korinther 15,45 / 2 Korinther 3,17 / Apostelgeschichte 20,28

Beistand bzw. Fürsprecher: Johannes 14,16.26; 15,26; 16,7 + 1 Johannes 2,1 (Parakletos = Beistand, Tröster)

Anmerkung: Der Heilige Geist ist die geistliche Manifestation des Vaters, des Sohnes oder von beiden. Durch den Heiligen Geist wirkt nach der Auferstehung vor allem der Sohn – in seiner Stellung als Mittler und als der zur Menschheit Gehörige. Der Vater wirkte durch den Heiligen Geist besonders während der Zeit, als Jesus auf Erden war und seine göttliche Herrlichkeit zurückgestellt hatte.

Der Heilige Geist kann als dritte Person des himmlischen Trios bezeichnet werden. Wenn zwei Individuen vollkommen gemeinsam handeln, ist ihr Wirken nach außen nicht voneinander zu unterscheiden; dieses gemeinsame Wirken besitzt eine eigene personale Prägung und Einzigartigkeit. Im Gegensatz zu dem Vater und dem Sohn, die auch physische Körper besitzen, agieren sie durch den Heiligen Geist unabhängig von dem Physischen.

Fußnoten

* Dass Sprüche 8,22–36 sich auf Jesus bezieht, steht zwar nicht ausdrücklich im Text, kann jedoch anhand folgender Argumente begründet werden:

  1. Sprüche 8 handelt von der Weisheit, und das Neue Testament nennt Christus „die Weisheit Gottes“ (vgl. 1 Korinther 1,24.30). Jesus selbst bezeichnet sich als „Weisheit“ (Lukas 11,49 zusammen mit Matthäus 23,34; Matthäus 11,19).
  2. Sprüche 8,35 erklärt, dass derjenige, der die Weisheit findet, das Leben findet. Ebenso lehrt die Schrift, dass das Leben in Christus zu finden ist (Johannes 14,6; 17,3). Die Parallele verstärkt die Verbindung zwischen der Weisheit und dem Sohn.
  3. Die Wortwahl erinnert an neutestamentliche Beschreibungen der Präexistenz Christi. Sprüche 8 spricht von der Gegenwart „im Anfang“ und von der Beteiligung an der Schöpfung – Themen, die sich auch in Johannes 1,1–3 sowie Johannes 17,5.24 finden.
  4. Im Neuen Testament wird die Schöpfung als ein Werk dargestellt, an dem sowohl der Vater als auch der Sohn beteiligt sind (vgl. Johannes 1,3; 1 Korinther 8,6; Epheser 2,10; 3,9; Hebräer 1,1–2). In Sprüche 8,30 kann die Wendung „als einer, der bei ihm war“ auch mit „Werkmeister“ wiedergegeben werden, was eine aktive Mitwirkung neben Gott bei der Schöpfung nahelegt. Das hebräische Wort „amon“, das in dieser Form nur einmal in der Bibel vorkommt, kann „Werkmeister“, „Kunsthandwerker“, „Handwerker“ oder „Architekt“ bedeuten.
  5. Vers 31 sagt: „Meine Wonne war bei den Menschenkindern“, was mit der neutestamentlichen Darstellung Christi als Mittler (1 Timotheus 2,5) und als einem, der in die menschliche Existenz eingetreten ist, übereinstimmt.

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