Lehrt die Bibel, dass Jesus vom Vater geboren wurde?

Was lehrte Jesus selbst über seinen Ursprung vom Vater?

Johannes 8,42 – Da sagte Jesus zu ihnen: »Wenn Gott euer Vater wäre, dann würdet ihr mich lieben; denn ich bin von Gott ausgegangen und (von ihm) gekommen; ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Johannes 16,27-28 – …  denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und den Glauben gewonnen habt, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; hinwiederum verlasse ich die Welt und kehre zum Vater zurück.

Johannes 17,8 – … denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben in Wahrheit erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und haben den Glauben gewonnen, daß du es bist, der mich gesandt hat.

Anmerkung: In diesen Stellen sagt Jesus mehr, als dass er gesandt wurde; er erklärt wiederholt, dass er »ausgegangen« und, in manchen Übersetzungen, »hervorgegangen« sei vom Vater. Diese Sprache verweist auf einen Ursprung, der der Sendung vorausgeht. Der Gebrauch von »para« (»von der Seite her«, »aus der Gegenwart heraus«) unterstreicht den Gedanken einer persönlichen Herkunft und innigen Beziehung.

Was sagt der bekannteste Vers der Bibel über Jesus aus?

Johannes 3,16 – Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.

Anmerkung: Es wird manchmal diskutiert, ob der Ausdruck »eingeboren« die beste Übersetzung des griechischen Wortes »monogenes« ist. Manche vertreten die Auffassung, dass es besser mit »einzigartig« oder »einzig« wiedergegeben werden sollte. Doch selbst wenn »monogenes« die Einzigartigkeit betont, schwächt dies das größere biblische Zeugnis, das in dieser Studie untersucht wird, nicht ab. Der Sohn wird nicht lediglich als einzigartig in seiner Rolle beschrieben, sondern als jemand, der in einem realen und persönlichen Sinn vom Vater kommt. Johannes 3,16 führt eine Beziehung ein, die tiefer ist als eine bloße Sendung: Der, der gegeben wird, ist bereits der Sohn des Vaters, und zwar auf eine einmalige und unvergleichliche Weise. Der Vers begründet somit sowohl eine Unterscheidung (Gott gab seinen Sohn) als auch eine einzigartige Sohnesbeziehung, die eine weitere biblische Untersuchung verlangt.

Welche Sprache verwendet die Bibel, um das Hervorgehen Jesu vom Vater zu beschreiben?

Johannes 1,14.18 – Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. / Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss [über ihn] gegeben. SCH2000

Hebräer 1,5-6 – 5 Denn zu welchem von den Engeln hat er jemals gesagt: »Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt«? {Psalm 2,7} Und wiederum: »Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein«? {2. Samuel 7,14; 1. Chronik 17,13} Und wenn er den Erstgeborenen wiederum in die Welt einführt, spricht er: »Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!« {Psalm 97,7} SCH2000

Anmerkung: Die Schrift verwendet starke Beziehungsbegriffe wie »gezeugt« und »Erstgeborener« in direkter Verbindung mit dem Sohn. Diese Ausdrücke gehen über eine bloß funktionale Sprache hinaus und beschreiben eine einzigartige Sohnesbeziehung. Johannes nennt ihn nicht nur den »Eingeborenen«, sondern beschreibt ihn auch »im Schoß des Vaters«, was Innigkeit und persönlichen Ursprung betont. Der Hebräerbrief verbindet die Sohnschaft ebenso mit der Erklärung »heute habe ich dich gezeugt« und unterscheidet ihn dadurch von allen Engeln. Engel werden in der Bibel oft »Söhne Gottes« genannt (z.B. Hiob 1,6; 2,1; 38,7), doch der inspirierte Verfasser des Hebräerbriefs stellt die Sohnschaft Jesu derjenigen der Engel gegenüber und zeigt damit, dass seine Sohnschaft besonderer Art und von anderer Natur ist. Wäre die Sohnschaft Christi lediglich symbolisch oder ein Amtstitel, wäre eine derart durchgängige Zeugungssprache unnötig. Die Terminologie vermittelt von sich aus, dass der Sohn in einem realen und einzigartigen Sinn vom Vater kommt.

Was sagte Jesus über das Leben, das er in sich selbst besitzt?

Johannes 5,26-27 – Denn wie der Vater (das) Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne verliehen, (das) Leben in sich selbst zu haben; und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht abzuhalten, weil er ein Menschensohn ist.

Anmerkung: Jesus erklärt, dass, so wie der Vater das Leben in sich selbst hat, er auch dem Sohn gegeben hat, das Leben in sich selbst zu haben. Dies verweist auf mehr als nur eine übertragene Vollmacht; es spricht von Leben, das vom Vater als seiner Quelle empfangen wurde. Eine solche Sprache passt natürlich zu einer realen Ursprungsbeziehung und nicht bloß zu einem Ehrentitel.

Manche vertreten die Auffassung, dass sich diese Stelle nur auf die Auferstehung bezieht. Doch selbst nach dieser Auslegung empfängt der Sohn Leben vom Vater, was die persönliche Unterscheidung und Abhängigkeit bestehen lässt. In jedem Fall stellt der Text den Vater als die Quelle und den Sohn als den Empfänger dar, wodurch das biblische Muster bekräftigt wird, dass der Sohn in einem realen und persönlichen Sinn vom Vater ausgeht.

Bezieht sich Psalm 2 in erster Linie auf David?

Psalm 2,1-12 – [1] Was soll das Toben der Völker und das eitle Sinnen der Völkerschaften? (Apg 4,25) [2] Die Könige der Erde rotten sich zusammen, und die Fürsten halten Rat miteinander gegen den HERRN und den von ihm Gesalbten: [3] »Laßt uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Fesseln!« [4] Der im Himmel thront, der lacht, der Allherr spottet ihrer. [5] Dann aber wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken in seinem Ingrimm: [6] »Habe ich doch meinen König eingesetzt auf dem Zion, meinem heiligen Berge!« – [7] Laßt mich kundtun den Ratschluß des HERRN! Er hat zu mir gesagt: »Mein Sohn bist du; ich selbst habe heute dich gezeugt (Apg 13,33; Hebr 1,5; 5,5). [8] Fordre von mir, so gebe ich dir die Völker zum Erbe und dir zum Besitz die Enden der Erde. [9] Du sollst sie mit eiserner Keule zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschlagen!« – [10] So nehmt denn Klugheit an, ihr Könige, laßt euch warnen, ihr Richter der Erde! [11] Dienet dem HERRN mit Furcht und jubelt ihm zu mit Zittern! [12] Küsset den Sohn, auf daß er nicht zürne und ihr zugrunde geht auf eurem Wege! denn leicht entbrennt sein Zorn. Wohl allen, die bei ihm sich bergen!

Apostelgeschichte 4,25-27 – Du hast durch den Mund deines Knechtes David gesagt: »Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten versammeln sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.« Ja, wahrhaftig, gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, haben sich Herodes und Pontius Pilatus versammelt zusammen mit den Heiden und dem Volk Israel … SCH2000

Hebräer 5,5 – So hat denn auch Christus sich nicht selbst die hohe Würde des Hohenpriesters zugeeignet, sondern der (hat sie ihm verliehen), der zu ihm gesagt hat (Ps 2,7): »Mein Sohn bist du, ich selbst habe dich heute gezeugt«

Anmerkung: Apostelgeschichte 4 wendet Psalm 2 direkt auf Jesus Christus an. Die Verse 25 bis 26 zitieren Psalm 2,1-2, und Vers 27 identifiziert dessen Erfüllung im Widerstand gegen »deinen heiligen Knecht Jesus«. Zwar wird David als menschlicher Verfasser anerkannt, doch die Stelle macht deutlich, dass der Psalm letztlich über ihn hinaus auf den Messias verweist. Diese apostolische Auslegung stellt die Ansicht in Frage, wonach sich Psalm 2 in erster Linie und ausschließlich auf David bezieht. Hebräer 1,5 und Hebräer 5,5 bestätigen zusätzlich seinen messianischen Schwerpunkt. Es ist möglich, dass David innerhalb von Psalm 2 als Typus fungiert. Dennoch wendet das Neue Testament seine zentrale Aussage über die Sohnschaft wiederholt auf Christus an. Der Psalm sollte daher als letztlich und in erster Linie messianisch verstanden werden, wobei David eher eine prophetische Vorausschattung darstellt als die eigentliche Erfüllung.

Psalm 2,7 wird in Apostelgeschichte 13,33 auch auf die Auferstehung Christi angewandt. Diese Anwendung beschränkt den Vers jedoch nicht allein auf die Auferstehung. In Hebräer 1,5 und 5,5 wird dieselbe Erklärung, »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«, verwendet, um die einzigartige Sohnschaft Christi, seine Überlegenheit gegenüber den Engeln und seine Einsetzung als Hohepriester hervorzuheben. Das Neue Testament behandelt Psalm 2 durchgehend als grundlegenden Text für das Verständnis der Identität und Autorität des Sohnes.

Was offenbart Sprüche 8 über den Ursprung Jesu?

Sprüche 8,22-25 – Der HERR besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde. Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren. SCH2000

Anmerkung: Gründe, warum Sprüche 8, beginnend bei Vers 22, auf Jesus angewendet werden kann und sollte, werden im nächsten Q&A-Beitrag dargelegt.

Sprüche 8 sagt, dass der Sprechende vor der Schöpfung »hervorgebracht« wurde. Dies unterstützt ein wörtliches Verständnis der Sohnschaft, die ihren Ursprung im Vater hat. Das hebräische Wort »qanah« in Sprüche 8,22 kann »erwerben« oder »hervorbringen« bedeuten. Dasselbe Wort erscheint in 1. Mose 4,1, wo Eva sagt: »Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN.« Diese Terminologie weist zusammen mit der Sprache des »Hervorgebrachtwerdens« auf Ursprung und enge Beziehung hin, was mit der einzigartigen Stellung des Sohnes neben dem Vater und seiner Rolle in Schöpfung und Erlösung übereinstimmt.

Fußnoten

SCH2000: Schlachter 2000

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