In welchem Sinn sind Vater und Sohn eins?

Was sagt die Bibel über die Einheit zwischen Vater und Sohn?

Johannes 10,30 – Ich und der Vater sind eins!

Wie sieht menschliche Einheit in der Bibel aus?

1. Mose 2,24 – Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. SCH2000

Markus 10,7-8 – »Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein.« So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. SCH2000

Anmerkung: Adam und Eva wurden nicht zu einem Menschen vereint, als sie eins wurden, obwohl sie »ein Fleisch« wurden.

Kann Einheit auch so im nicht-ehelichen Kontext verstanden werden?

Galater 3,28 – Da gibt es nun nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Knechte und Freie, nicht mehr Mann und Weib: nein, ihr seid allesamt Einer in Christus Jesus.

1. Korinther 3,8 – Der aber, welcher pflanzt, und der, welcher begießt, sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen entsprechend seiner eigenen Arbeit. SCH2000

Anmerkung: Generell bedeutet Einheit in der Bibel Übereinstimmung, Harmonie, gleiche Gesinnung, gleiches Ziel usw.

Lässt sich das überhaupt auf Gott und Christus anwenden?

Johannes 17,11.20-23 – [11] Und ich bin nicht mehr in der Welt, doch sie sind noch in der Welt, während ich zu dir gehe. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir anvertraut hast, damit sie eins seien, so wie wir es sind. / [20] »Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort zum Glauben an mich kommen (werden), [21] daß sie alle eins seien; wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, so laß auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. [22] Ich habe auch die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind: [23] ich in ihnen und du in mir, auf daß sie zu vollkommener Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

Anmerkung: Jesus stellt die Einheit der Jünger in direkten Vergleich zu seiner eigenen Einheit mit dem Vater. »Ich und der Vater sind eins« bedeutet also nicht, dass sie ein und dasselbe Wesen sind. Sie sind zwei eigenständige Individuen, die so eng verbunden sind, wie wir es uns nicht vorstellen können.

Es gibt auch die umstrittene Stelle in 1 Johannes 5,7-8 (das sogenannte Comma Johanneum), auf die wir in diesem Q&A-Beitrag nicht näher eingehen werden. Aber sogar dort wird die Einheit mit »stimmen überein« erklärt und hat somit nichts mit einem vereinten Wesen zu tun.

Was bedeutet diese Einheit für uns praktisch?

Johannes 14,7-9 – Wenn ihr mich erkannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater kennen; von jetzt an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.« Philippus sagte zu ihm: »Herr, zeige uns den Vater: das genügt uns.« Da sagte Jesus zu ihm: »So lange Zeit schon bin ich mit euch zusammen, und (trotzdem) hast du mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; wie kannst du sagen: ›Zeige uns den Vater!‹

Matthäus 28,18 – Da trat Jesus herzu und redete sie mit den Worten an: Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden verliehen.

Johannes 5,21 – Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, ebenso macht auch der Sohn lebendig, welche er will.

Anmerkung: Praktisch bedeutet diese Beziehung vor allem eines: Wer es mit Jesus zu tun hat, hat es mit der vollen Wirklichkeit Gottes zu tun, keiner abgeschwächten oder unvollständigen Version davon. Als Jesus auf die Erde kam, kam er nicht als bloßer Bote, sondern als Stellvertreter mit der vollen Autorität des Vaters. Wer ihn ansieht, sieht darin den Charakter des Vaters selbst, das ist der Grund, warum die Frage des Philippus in Johannes 14,7-9 überflüssig war. Und dieselbe Kraft, die der Vater besitzt, um Tote lebendig zu machen, besitzt auch der Sohn, nicht abgeleitet oder abgeschwächt, sondern ebenso. Wer sich in seiner Not an Jesus wendet, wendet sich damit an keine geringere Macht als an den Vater selbst. Es gibt niemanden Höheren, an den man sich stattdessen wenden müsste, oder der einem mehr helfen könnte, als es bereits durch den Sohn möglich ist.

Fazit

Wenn die Bibel von der Einheit zwischen Vater und Sohn spricht, »Ich und der Vater sind eins« (Johannes 10,30), meint sie damit keine Verschmelzung zu einem einzigen Wesen, sondern vollkommene Übereinstimmung in Charakter, Ziel und Wirken, dieselbe Einheit, zu der auch die Gläubigen untereinander berufen sind (Johannes 17,21-23). Gerade weil der Sohn seinem Vater in Wesen und Gesinnung so vollständig gleicht, konnte er sagen: »Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen« (Johannes 14,9).

Fußnoten

SCH2000: Schlachter 2000

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