Was hat Jesus vom Vater empfangen?

Alles wurde ihm übergeben

Was sagt Jesus selbst darüber, was er vom Vater empfangen hat?

Matthäus 11,27 – Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn ihn offenbaren will.

Johannes 3,35 – Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.

Johannes 13,3 – Weil Jesus nun wußte, daß der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte und daß er von Gott ausgegangen sei und wieder zu Gott hingehe …

Anmerkung: Jesus bezeichnet seine Erkenntnis, Sendung und Autorität durchweg als vom Vater übergeben, bis in die letzte Nacht vor seinem Tod.

Wie sieht Jesus sich selbst vor dem Vater?

Johannes 17,6-7 – Ich habe deinen Namen den Menschen geoffenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dir gehörten sie an, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Jetzt haben sie erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir stammt

Anmerkung: Bemerkenswert ist, dass Jesus dies nicht öffentlich lehrt, sondern im Gebet zum Vater ausspricht, also als sein eigenes Selbstverständnis unter vier Augen.

Was ist das Erstaunlichste, das er empfing?

Johannes 5,26 – Denn wie der Vater (das) Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne verliehen, (das) Leben in sich selbst zu haben

Anmerkung: Diese Aussage geht über Amt oder Autorität hinaus. Selbst die Fähigkeit, das Leben in sich selbst zu haben, eine Eigenschaft, die man normalerweise als unableitbar verstehen würde, wird hier als verliehen beschrieben. *

Vollmacht

Erhielt Jesus Vollmacht vom Vater?

Matthäus 9,6 – Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn die Vollmacht besitzt, Sünden auf der Erde zu vergeben« – hierauf sagte er zu dem Gelähmten: »Stehe auf, nimm dein Bett und gehe heim in dein Haus!«

Matthäus 28,18 – Da trat Jesus herzu und redete sie mit den Worten an: »Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden verliehen.

Johannes 17,2 – Du hast ihm ja Macht über alles Fleisch verliehen, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe.

Anmerkung: Diese Macht reicht von der Vollmacht, Sünden zu vergeben, bis zur Macht über Himmel und Erde und der Macht, ewiges Leben zu verleihen.

Erhielt Jesus auch Vollmacht zum Richten?

Johannes 5,26-27 – Denn wie der Vater (das) Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne verliehen, (das) Leben in sich selbst zu haben; und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht abzuhalten, weil er ein Menschensohn ist.

Markus 1,22.27 – Und sie erstaunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. / Und sie erstaunten alle, sodass sie sich untereinander fragten und sprachen: Was ist das? Was für eine neue Lehre ist dies? Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! SCH2000

Anmerkung: Die Menge reagiert auf diese Vollmacht mit Erstaunen, gerade weil sie sich deutlich von der Lehrweise der Schriftgelehrten unterscheidet, die sich auf überlieferte Autorität berufen, während Jesus mit einer ihm gegebenen Vollmacht auftritt.

Welche weiteren Dinge wurden Jesus gegeben?

Daniel 7,13-14 – Während ich noch in das Anschauen der Nachtgesichte versunken war, sah ich, wie mit den Wolken des Himmels Einer kam, der wie eines Menschen Sohn aussah; dieser gelangte zu dem ehrwürdigen Greise und wurde vor ihn geführt. Ihm wurde dann Macht, Ehre und Herrschaft verliehen, so daß alle Völker, Volksstämme und Zungen ihm untertan waren. Seine Macht sollte von ewiger Dauer und unvergänglich sein und sein Königreich ein solches, das niemals vernichtet werden kann.«

Johannes 17,24 – Vater, ich will, daß da, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir verliehen hast; denn du hast mich schon vor der Grundlegung der Welt geliebt.

Apostelgeschichte 2,33 – Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört. SCH2000

Anmerkung: Herrschaft, Herrlichkeit, Reich und selbst der verheißene Heilige Geist werden Jesus hier von Gott selbst übergeben, dabei fällt auf, dass Daniel dies bereits Jahrhunderte vor der Menschwerdung im Blick auf den kommenden »Menschensohn« ankündigt.

Der Geber und der Empfänger

Wer ist nach der Bibel der Geber und wer der Empfänger?

Lukas 10,22 – Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will.«

Hebräer 3,1-2 – Daher, ihr heiligen Brüder, die ihr Anteil habt an der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Christus Jesus, welcher dem treu ist, der ihn eingesetzt hat, wie es auch Mose war in seinem ganzen Haus. SCH2000

Hebräer 5,5 – So hat auch der Christus sich nicht selbst die Würde beigelegt, ein Hoherpriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm sprach: »Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt«. SCH2000

Anmerkung: In allen drei Stellen ist die Rollenverteilung eindeutig, der Vater ist der Geber, der Sohn der Empfänger, selbst dort, wo es um sein Amt als Hohepriester geht.

Was bedeutet es, dass der Empfänger nicht höher steht als der Geber?

1 Korinther 15,23-28 – [23] … ein jeder aber in seiner besonderen Abteilung: als Erstling Christus, hierauf die, welche Christus angehören, bei seiner Ankunft, [24] danach das Ende, wenn er Gott [und] dem Vater das Reich übergibt, sobald er jede (andere) Herrschaft und jede Gewalt und Macht vernichtet hat; [25] denn er muß als König herrschen, »bis er ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat« (Ps 110,1). [26] Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod; [27] denn »alles hat er ihm unter die Füße gelegt« (Ps 8,7). Wenn er dann aber aussprechen wird: »Alles ist unterworfen!«, so ist doch selbstverständlich der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat. [28] Sobald ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott (alsdann) alles sei in allen.

Offenbarung 2,28 – … wie auch ich (solche Macht) von meinem Vater empfangen habe; und ich will ihm den Morgenstern (22,16) geben.

Anmerkung: Selbst am Ende, wenn dem Sohn alles unterworfen ist, bleibt der Vater davon ausgenommen, und der Sohn selbst unterwirft sich ihm dann erneut. Das Geber-Empfänger-Verhältnis bleibt also auch nach Vollendung des Erlösungsplans bestehen, wie schon der bereits erhöhte Jesus selbst bestätigt, wenn er von der Macht spricht, die er von seinem Vater empfangen hat.

Gibt es ein biblisches Bild, das dieses Verhältnis veranschaulicht?

1 Mose 41,40 – Du {Joseph} selber sollst über mein {Pharaos} Haus gesetzt sein, und deinen Befehlen soll mein ganzes Volk sich fügen; nur den Besitz des Thrones will ich vor dir voraushaben.

Anmerkung: So wie der Pharao Josef alles übergab außer seinem Thron, gab der Vater dem Sohn alles außer seiner Stellung als Quelle von allem, eine Stellung, die er ihm auch gar nicht übertragen könnte, da sie zu seinem Wesen selbst gehört.

Fazit

Der Sohn hat vom Vater alles empfangen, was er besitzt: seine Sendung, seine Macht, seine Vollmacht zu richten, sogar das Leben in sich selbst. Damit ist der Vater durchweg der Geber und der Sohn der Empfänger, eine Rollenverteilung, die selbst am Ende der Erlösungsgeschichte bestehen bleibt (1 Korinther 15,28). Jesus klammert sich in keiner Weise an seine Stellung: Er war bereit, für uns alles zu verlieren, und gewann dadurch alles (Matthäus 16,25). Was für ein Gegensatz zu Satan, der alles gewinnen wollte und alles verlor!

Das bedeutet aber nicht, dass der Vater über den Sohn wie ein Herrscher über einen Untergebenen wacht. So wie der Pharao Josef die Vollmacht gab, in seinem Namen zu handeln, hat der Vater dem Sohn eine Stellung gegeben, in der das Wort des Sohnes gegenüber den Geschöpfen ebenso viel Gewicht trägt wie das Wort des Vaters selbst. Vater und Sohn sind also funktional eins in ihrer Autorität, auch wenn der Sohn seiner Stellung nach der Empfangende bleibt. Diese Ordnung entspringt nicht einem Mangel an Liebe, sondern ist Ausdruck vollkommener Harmonie und gegenseitigen Vertrauens zwischen Vater und Sohn.

Fußnoten

* Viele deuten Johannes 5,26 so, dass Jesus das Leben in sich selbst als ewige, unabgeleitete Eigenschaft besitzt, und verstehen das »Verleihen« eher symbolisch: Weil der Vater derselbe Gott sei wie der Sohn, habe er ihm das Leben nicht buchstäblich geben können, es sei ohnehin ewig in ihm vorhanden gewesen. Der Text selbst gibt für eine solche symbolische Lesart aber keinen Anhaltspunkt. Unabhängig davon, wann dieses Verleihen geschah, sagt Johannes 5,26 schlicht, dass der Sohn dieses Leben empfangen hat.

SCH2000: Schlachter 2000

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