Konsequenz der Sünde
Sind wir alle Sünder?
Römer 3,23 – … denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten … SCH2000
Was ist das Ergebnis von Sünde?
Römer 6,23 – Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. SCH2000
Wie viele Arten von Tod gibt es?
Offenbarung 2,11 – Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer da überwindet, dem soll der zweite Tod nichts anhaben können.
Anmerkung: Die Bezeichnung »zweiter Tod« setzt begrifflich einen ersten Tod voraus, so wie eine zweite Auflage eine erste voraussetzt. Offenbarung 20,6 bestätigt diese Zähllogik gleich doppelt: Dort ist im selben Vers von der »ersten Auferstehung« und dem »zweiten Tod« die Rede.
Was ist der zweite Tod?
Offenbarung 21,8 – Dagegen den Feigen und Ungläubigen, den Unreinen und Mördern, den Unzüchtigen und Zauberern, den Götzendienern und allen Lügnern soll ihr Teil in dem See werden, der mit Feuer und Schwefel brennt: dies ist der zweite Tod.
Matthäus 10,28 – Fürchtet euch dabei nicht vor denen, die wohl den Leib töten, aber die Seele nicht zu töten vermögen {erster, physischer Tod}; fürchtet euch vielmehr vor dem, der die Macht hat, sowohl die Seele als den Leib in der Hölle zu verderben {zweiter, ewiger Tod}!
Anmerkung: Auf existenzieller Ebene gibt es zwei Arten von Tod: den ersten Tod (der physische Tod des Körpers), den fast alle sterben müssen, und den zweiten Tod (der Tod des ganzen Wesens bzw. Seele, samt Körper und Geist; vgl. 1. Mose 2,7; diesen Tod müssen alle nach dem Weltgericht sterben, die Jesus nicht angenommen haben).
Den ersten Tod sterben alle: auch die Gerechten vor Gott (Apostelgeschichte 13,36); ihr Geist geht zu Gott, der ihn gegeben hat (Prediger 12,7), und wird dann bei der Auferstehung wieder von Gott in die wiederhergestellten Körper hineingegeben (Offenbarung 11,11). Den zweiten Tod müssen sie nicht sterben. Auf die Frage, was mit den Ungerechten passiert und wie es dazu kommt, dass sie nach dem ersten Tod noch den zweiten Tod erleben müssen, wird in einem anderen Q&A-Beitrag eingegangen.
Der Erlöser
Wer hat »den Lohn der Sünde« getragen?
2. Korinther 5,21 – Er {Vater} hat den, der Sünde nicht kannte {Jesus}, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gottes Gerechtigkeit würden.
1. Petrus 2,23-24 – … er hat, wenn er geschmäht wurde, nicht wieder geschmäht und, als er litt, keine Drohungen ausgestoßen, sondern es dem anheimgestellt, der gerecht richtet. Er hat unsere Sünden selber mit seinem Leibe an das (Marter-) Holz hinaufgetragen, damit wir, von den Sünden freigemacht, der Gerechtigkeit leben möchten: durch seine Wunden seid ihr geheilt worden (Jes 53,5).
Anmerkung: Siehe auch Galater 3,13-14. Wenn wir die Gnade annehmen, an Jesus glauben und seinen Willen tun, dann kommt uns zugute, dass er die Strafe stellvertretend für unsere Sünde getragen hat.
Welche Art von Tod musste Jesus also erleiden?
Römer 6,23 – Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. SCH2000
Hebräer 2,9 – … wohl aber sehen wir den, der für eine kurze Zeit unter die Engel erniedrigt gewesen ist, nämlich Jesus, um seines Todesleidens willen mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmecken.
Anmerkung: Paulus stellt in Römer 6,23 zwei Dinge gegenüber: den Lohn der Sünde (den Tod) und das Geschenk Gottes (ewiges Leben). Mit dem Tod kann nicht der erste, physische Tod gemeint sein. Denn auch Gläubige, denen das ewige Leben verheißen ist, sterben trotzdem, wie wir bereits gesehen haben. Würde Paulus hier den ersten Tod meinen, würde sein Satz nicht stimmen. Gemeint sein muss also der zweite Tod, denn das ist der einzige Tod, den ein Gläubiger durch die Gnade wirklich nicht erleiden muss.
Das erklärt auch Hebräer 2,9: Jesus sollte »für jeden den Tod schmecken«. Den ersten Tod schmeckt sowieso fast jeder Mensch von selbst, früher oder später (Prediger 9,5). Es wäre also kaum der Erwähnung wert, dass Jesus ihn stellvertretend FÜR uns geschmeckt hat. Sinnvoller ist, dass er genau den Tod schmeckte, den wir dank seiner Gnade nicht mehr schmecken müssen: den zweiten Tod, die endgültige Folge unserer Sünden.
Was charakterisiert den ewigen Tod?
2. Thessalonicher 1,9 – Diese werden als Strafe ewiges Verderben erleiden fern vom Angesicht des Herrn und fern von der Herrlichkeit seiner Kraft …
Matthäus 25,41 – Alsdann wird er auch zu denen auf seiner linken Seite sagen: ›Hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist!
Anmerkung: Beide Stellen haben denselben Kernpunkt: Ferne und Trennung von Gott kennzeichnen den zweiten, ewigen Tod. Genau an diesem Merkmal lässt sich erkennen, ob auch Jesus diesen Tod erlitten hat.
Wie beweist das, was auf dem Kreuz passiert ist, den zweiten Tod Jesu?
Matthäus 27,46 – Um die neunte Stunde aber rief Jesus mit lauter Stimme aus: »Eli, Eli, lema sabachthani?«, das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Ps 22,2).
Anmerkung: Siehe auch Markus 15,34. Jesus zitiert hier den Anfang von Psalm 22, der letztlich in Vertrauen und Rettung endet, weshalb man einwenden könnte, es handle sich nur um ein bekanntes Gebet und nicht um eine echte Erfahrung der Verlassenheit. Doch ein Zitat verliert dadurch nicht seine Bedeutung.
Würde Jesus diese Worte aussprechen, ohne sie so zu meinen, wie sie klingen, würde er im Grunde lügen, was mit seiner Sündlosigkeit unvereinbar wäre. Er muss also tatsächlich erlebt haben, was er aussprach: die Verlassenheit durch den Vater. Obwohl Jesus selbst nichts Falsches getan hat und sündlos war, musste er diese Ferne und Trennung vom Vater erleben. Die einzige Erklärung dafür ist, dass er den zweiten Tod, also die endgültige Trennung von der Gnade Gottes, für uns sterben musste.
Folgerungen
Was zeigt uns Mose über den Tod, den Jesus sterben musste?
2. Mose 32,32 – Und nun – vergib ihnen doch ihre Sünde! Wo nicht, so streiche lieber mich {Mose} aus deinem Buche aus, das du geschrieben hast!
Offenbarung 20,14-15 – … hierauf wurden der Tod und das Totenreich in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, nämlich der Feuersee; und wenn jemand nicht im Buch des Lebens verzeichnet gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.
Anmerkung: Der zweite Tod wird mit der Streichung der jeweiligen Person aus dem Buch des Lebens verursacht. Dies ist eine weitere Bestätigung dafür, dass der erste, bloß physische Tod nicht die Sühnung der Sünde erwirken kann, denn diesen sterben, wie bereits gezeigt, auch die Gerechten. Jesus musste also den zweiten Tod für uns gestorben sein. Mose war bereit, diesen zweiten, ewigen Tod für sein Volk zu sterben. Er gilt allgemein als Typus bzw. Vorbild Christi (vgl. Hebräer 3,1-6). Wenn sogar Mose bereit war, für sein Volk den ewigen Tod zu sterben, wie viel mehr war Christus dazu bereit?
Ist Jesus als Mensch oder als Gott am Kreuz gestorben?
1. Mose 2,7 – Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele. SCH2000
Hebräer 2,17 – Daher musste er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein barmherziger und treuer Hoherpriester würde in dem, was Gott betrifft, um die Sünden des Volkes zu sühnen … SCH2000
Kolosser 2,9 – Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig …
Anmerkung: Beides. Jesus ist als Mensch und gleichzeitig als Gott am Kreuz gestorben. Wir haben auch bereits gesehen, dass er den zweiten Tod sterben musste. Wenn Jesus also komplett sterben musste, dann musste er als komplettes Wesen (Seele) sterben, samt menschlichem Körper und göttlichem Geist. Ansonsten wäre sein Sterben nicht echt und daher wäre es als Opfer nicht vollständig.
Wenn Jesus den ewigen Tod gestorben ist, wie konnte er dann auferstehen?
Lukas 23,46 – Da rief Jesus mit lauter Stimme die Worte aus: »Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!« (Ps 31,6), und nach diesen Worten verschied er.
Anmerkung: Siehe auch Johannes 19,30. Wir müssen ehrlich zugeben, dass wir hier an die Grenzen dessen stoßen, was uns geoffenbart wurde. Jesus hat für uns den zweiten und ewigen Tod gestorben. Jedoch ist er auferstanden (wurde vom Vater auferweckt) und daher war sein Tod nicht ewig. Das ist ein Paradox. Das Sühnopfer Jesu wird explizit ein Geheimnis genannt (1. Korinther 2,7-8; 1. Timotheus 3,16).
Jedoch gibt es ein Indiz dafür, warum der Vater seinen Sohn aus dem ewigen Tod auferwecken konnte: Jesus befahl seinen Geist ausdrücklich »in die Hände« des Vaters (Lukas 23,46), er wurde also bewusst dem Vater anvertraut. Es wurde uns nicht offenbart, wie das im Einzelnen zu verstehen ist, daher bleibt hier nur Raum für Vermutung. Ein möglicher Ansatz: Weil Jesus selbst sündlos war (er hat die Sünde getragen, aber nicht selbst verübt), hatte er den ewigen Tod nicht persönlich verdient, auch wenn er ihn stellvertretend für uns erlitt. Das könnte erklären, warum der Vater ihn dennoch auferwecken konnte, ohne das Opfer damit rückgängig zu machen.
Fußnoten
SCH2000: Schlachter 2000
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