Gemeinsames Schöpferwerk
Wer hat alles geschaffen?
1. Mose 1,1 – Im Anfang schuf Gott [elohim] den Himmel und die Erde …
Anmerkung: Wir haben bereits gesehen, dass das Wort »elohim« je nach Kontext eine breite Bedeutung haben kann (siehe ScriptureQnA.com/bedeutung-gott/). Es kann sich auf den Vater, auf den Sohn oder auf beide beziehen. So wie wenn man »der Mensch hat sich auf der Erde vermehrt« sagen würde und sich nicht explizit auf entweder Adam oder Eva beschränken müsste.
Wer hat Adam und Eva geschaffen?
1. Mose 1,26-27 – Dann sprach Gott [elohim]: »Laßt uns Menschen machen nach unserm Bilde, uns ähnlich, die da herrschen sollen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels, über das (zahme) Vieh und über alle (wilden) Landtiere und über alles Gewürm, das auf dem Erdboden kriecht!« Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde: nach dem Bilde Gottes [elohim] schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie.
Anmerkung: Elohim (dieses Wort hat im Hebräischen die Form eines Plurals, wörtlich also »die, die göttlich sind«; Vater und Sohn sind beide göttlich) sprachen: »Laßt uns Menschen machen nach unserem Bilde.« Dass mit diesem »uns« auch der präexistente Sohn gemeint ist, bestätigt Johannes 1,1-3: Alle Dinge sind durch das Wort geworden (vgl. 1. Korinther 8,6). Vater und Sohn haben Adam und Eva also gemeinsam, in enger Übereinstimmung, geschaffen.
Wer hat die Schöpfung ausgeführt?
Johannes 1,1-3 – Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei [dem] Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei [dem] Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. SCH2000
Hebräer 1,1-2 – Nachdem Gott vorzeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Weltzeiten geschaffen hat.
Kolosser 1,15-16 – … er ist ja das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung; denn in ihm ist alles geschaffen worden, was im Himmel und auf der Erde ist, das Sichtbare wie das Unsichtbare, mögen es Throne oder Herrschaften, Mächte oder Gewalten sein: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen worden …
Anmerkung: Jesus war das »Organ« oder der »Ausführer« der Schöpfung.
Werkmeister
In welcher Beziehung standen Vater und Sohn vor der Schöpfung?
Johannes 17,5 – Und jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir besaß, ehe die Welt war.
Anmerkung: Jesus besaß Herrlichkeit bei dem Vater schon vor der Schöpfung der »Welt«. Und übrigens: Wenn Er bei dem Vater war, dann kann Er nicht der Vater selbst sein.
Was könnte »die Herrlichkeit bei dem Vater« bedeuten?
Sacharja 6,12-13 – Und du sollst zu ihm reden und sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ein Mann, dessen Name »Spross« ist, denn er wird aus seinem Ort hervorsprossen und den Tempel des HERRN bauen. Ja, er ist’s, der den Tempel des HERRN bauen wird, und er wird Herrlichkeit [als Schmuck] tragen und auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron, und der Rat des Friedens wird zwischen beiden bestehen. SCH2000
Anmerkung: Die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn wurde hier bereits behandelt (siehe ScriptureQnA.com/beziehung-vater-sohn/). Vor allem die herrliche Stellung des Sohnes ist an dieser Stelle wichtig: der Sohn war und ist in allem seinem Vater gleich, außer in seiner Person und Stellung. Die Herrlichkeit Jesu beruht also darauf, dass er alle Macht und Autorität empfangen hat und sie besitzt. Er ist die rechte Hand des Vaters.
Wie wird Jesus in Sprüche 8 bezeichnet?
Sprüche 8,30 – … da war ich Werkmeister [Anmerkung SCH2000: Andere übersetzen: Liebling] bei ihm, war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor seinem Angesicht allezeit … SCH2000
Anmerkung: Jesus wird in manchen Bibelübersetzungen als Werkmeister bezeichnet. Andere Übersetzungen: Künstler. Dass es sich im Abschnitt Sprüche 8,22-36 um Jesus handelt, wird in ScriptureQnA.com/spruche8-weisheit/ behandelt.
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Epheser 2,10 – Denn sein Gebilde [poiema] sind wir, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott im voraus bereitgestellt hat, damit wir in ihnen wandeln könnten.
Anmerkung: Das griechische Wort poiema oben kann auch z.B. als »Handwerkskunst« übersetzt werden. Also wäre die Übersetzung für Jesus als den »Künstler« des Vaters eigentlich sehr zutreffend.
Der Auftraggeber
Wer ist trotzdem der letztendliche Schöpfer?
Epheser 3,9 – … und alle darüber zu erleuchten, welches die Gemeinschaft ist, die als Geheimnis von den Ewigkeiten her in Gott verborgen war, der alles erschaffen hat durch Jesus Christus … SCH2000
Anmerkung: Es war letztlich Gott, der Vater, der durch seinen Sohn die Schöpfung vollbracht hat.
Betrachten wir folgendes Beispiel: Jemand will ein Haus bauen, beauftragt eine Baufirma, bleibt aber eng in Planung und Umsetzung eingebunden, bezahlt und hat das letzte Wort. Wer hat das Haus gebaut? Da beide Parteien eng beteiligt waren, haben es beide gebaut. Der Vater kann zu Recht sagen, er habe das Haus gebaut: Er hat es unter seiner Aufsicht errichten lassen.
Was dachte Jesus über diese Rollenteilung?
Hebräer 3,1-4 – Daher, ihr heiligen Brüder, die ihr Anteil habt an der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Christus Jesus, welcher dem treu ist, der ihn eingesetzt hat, wie es auch Mose war in seinem ganzen Haus. Denn dieser ist größerer Ehre wertgeachtet worden als Mose, wie ja doch der, welcher ein Haus gebaut hat, mehr Ehre hat als das Haus selbst. Denn jedes Haus wird von jemand gebaut; der aber alles gebaut hat, ist Gott. SCH2000
Anmerkung: Jesus war treu seinem Vater gegenüber. Er hat das Haus auf die »Bestellung« des Vaters gebaut.
Fußnoten
SCH2000: Schlachter 2000
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