Name als Erbteil: Was bedeutet das?

Der Name

Von wem kommt einer der Namen Jesu?

Philipper 2,9-11 – Daher hat Gott ihn auch über die Maßen erhöht und ihm{Jesus} den Namen verliehen, der jedem anderen Namen überlegen ist, damit im Namen Jesu sich jedes Knie aller derer beuge, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Anmerkung: Der Name kommt von Gott, dem Vater.

Wie wurde dieser Name verliehen?

Hebräer 1,1-4 – [1] Nachdem Gott vorzeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat in den Propheten, [2] hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Weltzeiten geschaffen hat. [3] Dieser ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und die Ausprägung seines Wesens und trägt das Weltall durch sein Allmachtswort; er hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, zur Rechten der Erhabenheit in den Himmelshöhen gesetzt [4] und ist dadurch um so viel größer geworden als die Engel, wie der Name, den er als Erbteil erhalten hat, den ihrigen {der Engel} überragt.

Anmerkung: Als Erbteil, also als Erbschaft.

Welche Namen hat Jesus erhalten?

Jesaja 7,14 – Darum wird der Allherr selbst euch ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird guter Hoffnung werden und einen Sohn gebären, dem sie den Namen Immanuel geben wird.

Matthäus 1,21.25 – Sie wird Mutter eines Sohnes werden, dem du den Namen Jesus geben sollst; denn er ist es, der sein Volk von ihren Sünden erretten wird.« (Ps 130,8) / … verkehrte aber nicht ehelich mit ihr, bis sie einen Sohn geboren hatte; dem gab er den Namen Jesus.

Anmerkung: Jesus hat offensichtlich viele Namen und Titel (vgl. Offenbarung 3,12, wo Jesus einen neuen Namen bekommt). Vielleicht ist mit dem ererbten Namen einer der beiden oben genannten Namen gemeint. Allerdings gibt es ein paar Faktoren, die dagegensprechen. Keiner dieser Namen wurde durch Erbschaft verliehen (der Vater war unter keinem dieser Namen bekannt). Und „Jesus” ist auch kein Name, der die Namen der Engel „überragt” (vgl. Hebräer 1,4), denn diesen Namen haben sogar andere Menschen gehabt (Josua, der Nachfolger Mose; Joshua, der Hohepriester usw.).

Welcher Name könnte noch eine Option sein?

2 Mose 23,20-21 – Siehe, ich sende einen Engel [hebr. malak] vor dir her, damit er dich behüte auf dem Weg und dich an den Ort bringe, den ich bereitet habe. Hüte dich vor ihm und gehorche seiner Stimme und sei nicht widerspenstig gegen ihn; denn er wird eure Übertretungen nicht ertragen; denn mein Name ist in ihm. SCH2000

2 Mose 20,7 – Du sollst den Namen des HERRN [YHWH], deines Gottes, nicht mißbrauchen! Denn der HERR [YHWH] wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Anmerkung: Wir haben bereits gesehen, dass der Engel, den Gott gesandt hat, um das Volk Israel durch die Wüste zu führen, der Engel des HERRN ist (siehe ScriptureQnA.com/engel-des-herrn/ und ScriptureQnA.com/erzengel-michael-jesus/). Und „HERR” steht für die vier hebräischen Buchstaben YHWH. Das heißt, wenn der Vater sagt „denn mein Name ist in ihm”, dann meint er den Namen YHWH. Liest man 2 Mose 23,20-21, wo Gott vom Engel sagt, sein Name sei in ihm, und fragt sich, welcher Name damit gemeint ist, so findet man beim Zurückblättern erst in 2 Mose 20,7 die Stelle, an der „Name” und „ABC (also YHWH)” direkt nebeneinanderstehen und damit klar benennen, um welchen Namen es sich handelt. Es gäbe noch Titel, die Jesus von dem Vater geerbt hat, wie z. B. „der Erste und der Letzte” bzw. „das A und das O” (Offenbarung 1,17-18; 21,5-7; 22,13), aber das sind keine Namen.

Der Gemeinsame Name

Kennt die Bibel zwei YHWHs?

1 Mose 19,24 – Da ließ der HERR [YHWH] Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra, vom HERRN [YHWH], vom Himmel herab … SCH2000

Anmerkung: Der Name YHWH ist ein Name, den Christus vom Vater geerbt hat. Sowohl der Vater als auch der Sohn tragen diesen gemeinsamen Namen, während sie gleichzeitig auch je eigene Namen haben. Das lässt sich vergleichen mit einem Nachnamen, der innerhalb einer menschlichen Familie geteilt wird, während die Vornamen unterschiedlich sind. Dieser gemeinsame „Familienname” erklärt Verse wie den obigen. Während Jesus (der erste YHWH) auf der Erde war, zusammen mit zwei Engeln Sodom und Gomorra besuchte und das Urteil über die Städte aussprach, ließ der Vater (der zweite YHWH) Schwefel vom Himmel regnen.

In welcher Beziehung stehen sie?

Römer 8,16-17 – Eben dieser Geist ist es, der vereint mit unserm Geiste ihm bezeugt, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, und zwar Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir nämlich mit ihm leiden, um (einst) auch an seiner Herrlichkeit teilzunehmen.

Anmerkung: Dass wir Miterben Christi sind, bedeutet, dass Christus der Haupterbe des Vaters ist.

Was bedeutet es, dass Jesus der Haupterbe des Vaters ist?

Hebräer 1,5-6 – Denn zu welchem von den Engeln hat er jemals gesagt: »Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt«? Und wiederum: »Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein«? Und wenn er den Erstgeborenen wiederum in die Welt einführt, spricht er: »Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!« SCH2000

Anmerkung: Im Anschluss an Hebräer 1,1-4, wo es um den Namen geht, „den er als Erbteil erhalten hat”, steht, dass Jesus der Erstgeborene ist (vgl. Kolosser 1,15; Römer 8,29). Der kulturelle Hintergrund ist, dass im antiken Erbrecht der Erstgeborene der Haupterbe war (ein anschauliches Beispiel für die Übertragung von Namen, Autorität oder eines Erbes bzw. Erbteils ist der Siegelring, vgl. 1 Mose 41,42; Lukas 15,22). Die Erbschaft ist also eine direkte Folge der Sohnschaft Jesu.

Was bedeutet die Erbschaft für ihre Beziehung?

1 Korinther 15,27-28 – … denn »alles hat er {Vater} ihm {dem Sohn} unter die Füße gelegt« (Ps 8,7). Wenn er dann aber aussprechen wird: »Alles ist unterworfen!«, so ist doch selbstverständlich der ausgenommen, der ihm alles unterworfen hat. Sobald ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott (alsdann) alles sei in allen.

Anmerkung: Dieser Text sagt, dass Jesus, nachdem der Plan der Erlösung verwirklicht wurde und er seine Mission als der Retter und Mittler für die Menschheit erfüllt hat, weiterhin seinem Vater untergeordnet sein wird. Wie in der Geschichte vom verlorenen Sohn in Lukas 15,11-32, muss eine Erbschaft nicht unbedingt mit dem Tod des Vaters verbunden sein (natürlich ist Jesus nicht mit dem verlorenen Sohn vergleichbar, da er im Gegensatz zu ihm im absoluten Einklang mit dem Vater war).

Fazit

Der Sohn hat einen Namen als Erbteil erhalten, und dieser Name ist kein anderer als YHWH, der Name, der sonst allein dem Vater vorbehalten bleibt. Möglich wird das, weil der Sohn der Erstgeborene und damit der Haupterbe des Vaters ist. Wer erbt, empfängt auch den Namen dessen, von dem er erbt. Diese Erbschaft hebt die Unterordnung unter den Vater jedoch nicht auf. Auch wenn dem Sohn einst alles unterworfen sein wird, bleibt er Sohn und wird sich am Ende selbst dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat. Damit ist geklärt, was der Sohn empfangen hat. Offen bleibt, wie diese Beziehung zwischen Vater und Sohn im Einzelnen aussieht und was die Unterordnung des Sohnes konkret bedeutet.

Fußnoten

SCH2000: Schlachter 2000

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